Beim Beschicken von Brandschutzcontainern müssen Türen oder Tore oft über längere Zeit offen stehen – zum Beispiel beim Ein- und Auslagern von Gebinden, IBC oder Paletten. Gleichzeitig gilt: Im Brandfall müssen Brandschutzabschlüsse zuverlässig selbsttätig schließen. Genau hier kommt die Türfeststellanlage (auch „Feststellanlage“) ins Spiel: Sie hält offen – und gibt im Alarmfall sofort frei, damit Türschließer oder Schließmittel die Tür schließen können.
Merksatz: Der Magnet schließt nicht – er hält nur offen. Das Schließen übernimmt das Schließmittel (z. B. Türschließer). Die Feststellanlage sorgt dafür, dass die Tür im Brandfall nicht offen bleibt.
1) Was ist eine Türfeststellanlage?
Eine Feststellanlage ist ein System aus mehreren Komponenten, das die Funktion von Schließmitteln kontrolliert unwirksam macht (Tür darf offen stehen) und bei Brand, Störung oder Handauslösung die Feststellung aufhebt – damit der Abschluss selbstschließend wieder wirksam wird.
Typische Bestandteile (Praxis)
- Brandmelder (z. B. Rauch- oder Wärmemelder)
- Auslösevorrichtung / Türsteuerzentrale inkl. Energieversorgung
- Feststellvorrichtung (z. B. Haltemagnet/Haftmagnet)
- Handauslösetaster (manuelles Freigeben)
2) Die Komponenten in Ihrem Setup (mit Shop-Links)
| Komponente | Aufgabe im System | Beispiel bei ADESATOS |
|---|---|---|
| Türsteuerzentrale | Versorgt Magnet(e), überwacht Melderkreis, löst bei Alarm/Störung aus (Strom weg = Tür frei). | TSZ 0400 Türsteuerzentrale / Feststellanlage |
| Haltemagnet / Haftmagnet | Hält die Tür in Offenstellung (solange 24 V anliegen). Bei Stromunterbrechung fällt der Magnet ab. | Dictator Elektromagnet EM GD 70 (040108) |
| Brandmelder | Detektiert Rauch oder Wärme (je nach Melderprinzip) und gibt das Auslösesignal an die Zentrale. | Apollo Orbis A1R IS Heat Wärmedifferenzialmelder |
| Montage-/Systemzubehör | Sorgt für sicheren Anzug am Magnet (Ankerplatte) und korrekten Einbau (Sockel, ggf. Feuchtraum). | Dictator Ankerplatte AP GD 70 (040068) Apollo ORBIS IS Standardsockel | Apollo ORBIS IS Feuchtraumsockel |
Passende Komponenten finden Sie auch gesammelt in der Kategorie: Zubehör für Gefahrstoffcontainer.
3) So arbeitet das System: Normalbetrieb vs. Brandfall
Normalbetrieb (Beschickung / Betrieb)
- Die Tür wird geöffnet.
- Der Türschließer steht unter Spannung (er „will“ schließen), wird aber durch die Feststellung blockiert.
- Die TSZ 0400 versorgt den Haltemagneten mit Spannung.
- Magnet + Ankerplatte halten die Tür zuverlässig in Position (z. B. 90° oder weit offen für Palettenverkehr).
- Der Brandmelder überwacht die Umgebung (Rauch/Wärme – abhängig vom Meldertyp).
Brandfall / Alarm (Rauch oder Hitze erkannt)
- Der Brandmelder detektiert eine Rauch- oder Wärmeentwicklung.
- Die Meldung wird an die Türsteuerzentrale übertragen.
- Die TSZ unterbricht die Energieversorgung der Feststellvorrichtung (Fail-Safe-Prinzip: stromlos = Freigabe).
- Der Magnet fällt ab – die Feststellung ist aufgehoben.
- Das Schließmittel (Türschließer) schließt die Tür / das Tor kontrolliert.
- Der Brandschutzabschluss ist wieder selbstschließend wirksam und der Brandabschnitt wird gesichert.
Wichtig: Eine Feststellanlage ist kein „Türkeil mit Elektrik“. Sie ist ein sicherheitsrelevantes System mit definierten Komponenten, Zulassungen und Kompatibilitätsanforderungen. Nur so ist gewährleistet, dass Türen im Ernstfall wirklich schließen.
4) Warum Haltemagnet + Brandmelder eine starke Kombination für Brandschutzcontainer ist
In Containern und Lagern entstehen je nach Einsatzfall besondere Rahmenbedingungen: Staub, Abgase, Temperaturschwankungen, ggf. Ex-Zonen. In solchen Umgebungen werden häufig Wärmemelder eingesetzt, weil sie weniger anfällig für Täuschungsalarme durch Staub/Partikel sein können. Ihr Beispiel (Apollo Orbis A1R IS Heat) ist explizit auf Anwendungen wie Gefahrstoffcontainer und Brandschutzcontainer ausgelegt.
5) TSZ 0400 in der Praxis: Was die Zentrale leistet
Die TSZ 0400 wird als Feststellanlage u. a. an ein- und zweiflügeligen Türen sowie Schiebetüren eingesetzt. Sie kann Brandmelder verschiedener Hersteller anbinden und mehrere Feststellvorrichtungen (Haftmagnete) versorgen. Entscheidend ist dabei immer: Kompatibilität und Zulassung müssen zur konkreten Anwendung passen.
6) Betreiber- & Praxis-Hinweise (kurz und klar)
- Keine Bastellösung: Feststellanlagen dürfen nur mit zugelassenen und kompatiblen Komponenten installiert werden (Zentrale, Melder, Feststellvorrichtung, Taster).
- Fail-Safe ist Pflicht: Bei Alarm, Störung oder Stromausfall muss die Feststellung aufgehoben werden, damit geschlossen werden kann.
- Regelmäßige Funktionstests & Wartung: Feststellanlagen sind sicherheitsrelevant und müssen dauerhaft funktionsfähig gehalten werden (inkl. Dokumentation/Prüffristen gemäß Vorgaben des Systems und einschlägiger Regeln).
FAQ: Häufige Fragen zur Türfeststellanlage
Schließt die Tür automatisch auch bei Stromausfall?
Ja – bei korrekt aufgebauten Anlagen wird die Feststellung stromabhängig betrieben. Fällt die Versorgung weg, gibt der Magnet frei und der Türschließer kann schließen.
Kann ich jede Tür mit einem Haltemagneten „nachrüsten“?
Grundsätzlich muss das Gesamtsystem (Tür/Tor, Schließmittel, Feststellanlage, Melder, Montage, Zulassungen) zusammenpassen. Für Brandschutzabschlüsse ist die norm- und zulassungskonforme Ausführung zwingend.
Rauchmelder oder Wärmemelder – was ist besser im Container?
Das hängt von Umgebung und Brandszenario ab. In staubigen/„schmutzigen“ Umgebungen werden häufig Wärmemelder gewählt, um Täuschungsalarme zu reduzieren – die Auslegung gehört in ein Brandschutzkonzept.
Sie planen eine Feststellanlage für Ihren Brandschutzcontainer? Sprechen Sie uns an – wir unterstützen bei Auswahl der Komponenten, Auslegung und der passenden Zubehörzusammenstellung.