Entspannungsstation im Gasflaschenschrank richtig montieren
Entspannungsstation im Gasflaschenschrank richtig montieren
Druckgasflaschen in Arbeitsräumen gehören in einen Sicherheitsschrank. Die Gasversorgung endet aber nicht an der Schranktür. Die Entspannungsstation im Schrank verbindet Flasche und Rohrleitung. Wie sie ausgewählt, eingebaut und angeschlossen wird, entscheidet über Sicherheit und Gasqualität.
Der rechtliche Rahmen kurz erklärt
- DIN EN 14470-2 regelt die Anforderungen an Sicherheitsschränke für Druckgasflaschen. Dazu gehören zum Beispiel Feuerwiderstand und Lüftung.
- TRGS 510 regelt die Lagerung von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern, also auch von Druckgasflaschen.
- TRGS 407 beschreibt Tätigkeiten mit Gasen und die Gefährdungsbeurteilung dazu.
- Für Anlagen mit brennbaren Gasen spielen Explosionsschutz und elektrostatische Aufladung eine Rolle (u. a. TRGS 727).
Welche Regeln für Ihre Anlage genau gelten, ergibt sich aus Ihrer Gefährdungsbeurteilung. Montage und Inbetriebnahme gehören in die Hände von Fachleuten.
Schritt 1: Station passend zum Gas auswählen
Gasart, Reinheit, Eingangsdruck, gewünschter Leitungsdruck und Durchfluss bestimmen Werkstoff und Ausstattung. Bei giftigen, ätzenden oder selbstentzündlichen Gasen ist meist eine Fremdgasspülung mit Inertgas nötig. Bei reinen Gasen reicht häufig eine Prozessgasspülung. Müssen Prozesse ohne Unterbrechung laufen, nehmen Sie eine Station mit Umschaltung zwischen zwei Flaschen.
Schritt 2: Montagehöhe und Befestigung
Die Stationen von GCE DRUVA sind zweiteilig aufgebaut. Zuerst wird die Grundplatte an der Schrankrückwand oder an einer Montageschiene befestigt. Danach wird die Station eingehängt und mit einer Schraube gesichert. So lässt sich die Station später zur Wartung abnehmen, ohne die Befestigung zu lösen. Achten Sie darauf, dass Manometer und Handräder gut ablesbar und erreichbar sind. Die Flasche sollte sich ohne Verrenkungen wechseln lassen.
Schritt 3: Anschlusswendel und Flaschenanschluss
Die Verbindung zwischen Flaschenventil und Station ist eine flexible Anschlusswendel oder ein Hochdruckschlauch. Der Flaschenanschluss muss zur Gasart passen (in Deutschland nach DIN 477). Ein Rückschlagventil am Eingang verhindert, dass Gas zurückströmt. Die Wendel sollte so lang sein, dass sie sich zum Flaschenwechsel bewegen lässt, aber nicht scheuert oder knickt.
Schritt 4: Abgang, Spül- und Abblaseleitungen
Die Prozessgasleitung wird durch die vorgesehene Durchführung aus dem Schrank geführt. Abblase- und Spülleitungen dürfen nicht offen im Schrank enden. Sie werden gefahrlos abgeleitet, je nach Gas in die Schrankabluft oder an eine geeignete Stelle. Bei brennbaren und giftigen Gasen ist das besonders wichtig.
Schritt 5: Dichtheitsprüfung und Inbetriebnahme
Vor der ersten Gasentnahme muss das System auf Dichtheit geprüft werden. Danach wird es gespült, bis das gewünschte Gas rein in der Leitung ansteht. Halten Sie Prüfungen und Einweisungen schriftlich fest. Prüfen Sie Dichtheit und Funktion regelmäßig, besonders nach jedem Flaschenwechsel.
Checkliste
- Werkstoff und Spülvariante passen zur Gasart
- Flaschenanschluss nach DIN 477 passt zur Gasart
- Station sicher befestigt, Manometer gut ablesbar
- Abblase- und Spülleitungen gefahrlos abgeleitet
- Schrankabluft in Betrieb und geprüft
- Dichtheitsprüfung und Einweisung dokumentiert
Schrank und Station aus einer Hand
Bei ADESATOS finden Sie Gasflaschenschränke mit Brandschutz nach DIN EN 14470-2 oder F90 Gasflaschenlager für den Außenbereich und die passenden Entspannungsstationen von GCE DRUVA. Welcher Werkstoff für Ihr Gas der richtige ist, erklären wir im Beitrag Gasreinheit 5.0 und 6.0.