Hitzeschutz-Schutzhandschuhe – sicherer Handschutz bei thermischen Risiken
Hitzeschutz-Schutzhandschuhe sind speziell entwickelte Arbeitshandschuhe für Tätigkeiten, bei denen Hände und Unterarme thermischen Gefährdungen ausgesetzt sind. Dazu gehören Kontaktwärme durch heiße Bauteile, Strahlungs- und Konvektionswärme sowie Funkenflug, Schweißspritzer oder thermische Effekte eines Störlichtbogens. In vielen Branchen – etwa in der Metallbearbeitung, in Gießereien, der Energieversorgung oder im Bereich Wartung und Instandhaltung – ist dieser spezialisierte Handschutz zwingend erforderlich, um Verbrennungen und Folgeschäden zuverlässig zu vermeiden.
In der Kategorie „Hitzeschutz-Schutzhandschuhe“ bei ADESATOS finden Sie eine Auswahl an Modellen, die nach einschlägigen Normen wie EN 407 (Schutzhandschuhe gegen thermische Risiken) und ergänzend EN 388 (Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken) geprüft sind. Ergänzend kommen je nach Produkt weitere Normen – zum Beispiel für Lichtbogenschutz – hinzu. Damit lässt sich der Handschutz passend zu Gefährdungsbeurteilung, Tätigkeit und Arbeitsumgebung auswählen.
Anwendungsbereiche für Hitzeschutzhandschuhe
Hitzeschutz-Schutzhandschuhe kommen überall dort zum Einsatz, wo Hände regelmäßig in Kontakt mit hohen Temperaturen oder Flammen kommen können oder wo mit heißen Medien und Funken zu rechnen ist. Typische Einsatzfelder sind:
- Metallbearbeitung und Stahlindustrie: Handling von warmen bis heißen Werkstücken, Blechen, Profilen oder Gussteilen, Entgraten und Umsetzen von Bauteilen.
- Leichte bis mittlere Metallbearbeitung und Industrie: Tätigkeiten mit erhöhter Kontakthitze, z. B. bei der Bearbeitung, dem Transport oder der Montage vormontierter Komponenten.
- Schweiß- und Brennarbeiten: Schutz vor Funkenflug, Schweißspritzern sowie vor Strahlungswärme in Schweißzellen, Werkstätten und auf Baustellen.
- Energie- und Elektrobranche: Arbeiten im Umfeld von Schaltanlagen sowie Aufgaben mit Risiko eines elektrischen Störlichtbogens – hier werden neben Hitzeschutz auch Lichtbogenschutz-Eigenschaften benötigt.
- Kunststoffverarbeitende Industrie: Handling von Formteilen, Werkzeugen und Komponenten mit erhöhten Oberflächentemperaturen.
- Wartung, Instandhaltung und Service: Reparatur- und Montagearbeiten an heißen Anlagen, Leitungen und Komponenten in Produktion, Infrastruktur und Energieversorgung.
Je nach Tätigkeit steht dabei entweder der reine Schutz vor Kontaktwärme im Vordergrund oder eine Kombination aus Hitzeschutz, mechanischer Belastbarkeit, Schnittschutz und ggf. Lichtbogenschutz. Entsprechend unterscheiden sich Material, Aufbau und Normen der jeweiligen Handschuhe.
Normen und Klassifizierung – EN 407, EN 388 und weiterer Schutz
Die zentrale Norm für Hitzeschutz-Schutzhandschuhe ist die EN 407. Sie beschreibt Prüfverfahren und Leistungsstufen für verschiedene thermische Risiken, zum Beispiel:
- begrenztes Brennverhalten / Flammausbreitung (z. B. bei Funkenflug oder offener Flamme),
- Kontaktwärme (direkter Kontakt mit heißen Oberflächen),
- Konvektionswärme (Wärmeübertragung durch heiße Luft oder Gase),
- Strahlungswärme (z. B. vor heißen Flächen oder Öfen),
- Spritzer von geschmolzenem Metall (kleine und große Mengen).
Die Leistungsstufen werden für jede dieser Eigenschaften getrennt angegeben. Ein Handschuh kann daher beispielsweise eine hohe Stufe bei der Kontaktwärme, aber eine andere Stufe bei der Strahlungswärme aufweisen. In der Praxis sind viele Hitzeschutz-Schutzhandschuhe zusätzlich nach EN 388 geprüft. Diese Norm bewertet mechanische Risiken wie Abrieb, Schnitt, Weiterreißen und Durchstich und ermöglicht damit eine fundierte Beurteilung der Gesamtbelastbarkeit des Handschuhs.
Bei einigen Modellen kommen weitere Normen hinzu – etwa für Lichtbogenschutz (Störlichtbogen), wie sie im Umfeld der Energieversorgung oder in der Elektroindustrie relevant sind. Hier werden thermische Effekte eines elektrischen Lichtbogens betrachtet, die zu extrem hoher kurzzeitiger Wärmeeinwirkung führen können. Handschuhe mit entsprechenden Prüfungen kombinieren üblicherweise Hitzeschutz, Flammschutz, Schnittschutz und spezielle Materialaufbauten.
Je nach Ausführung fallen Hitzeschutz-Schutzhandschuhe in die PSA-Kategorien II oder III der Verordnung (EU) 2016/425. Damit unterliegen sie definierten Anforderungen an Prüfung, Konformitätsbewertung und Kennzeichnung. Entscheidend für die Auswahl ist immer die aktuelle Gefährdungsbeurteilung im Betrieb.
Materialien und Aufbau moderner Hitzeschutzhandschuhe
Um eine zuverlässige Barriere gegen Hitze zu schaffen und gleichzeitig mechanische Belastbarkeit sowie Tragekomfort sicherzustellen, kommen bei Hitzeschutz-Schutzhandschuhen kombinierte Materialaufbauten zum Einsatz. Typisch ist ein mehrlagiger Aufbau aus Trägermaterial, isolierendem Innenfutter und ggf. einer Beschichtung.
Häufig verwendete Materialkomponenten sind:
- Baumwollschlingengewebe und Baumwollfutter: Dienen als thermisch isolierende Schicht, bieten guten Tragekomfort und sind in vielen Hitzeschutzprodukten für Kontaktwärme zu finden.
- Aramidfasern (z. B. Para-Aramid/Kevlar®): Sorgen für erhöhte Hitzebeständigkeit, Flammschutz und erweiterten Schnittschutz – oft als Innenfutter oder im Gewebeverbund.
- Leder (z. B. Ziegenleder, Rindspaltleder): Bewährt als robustes Außenmaterial, insbesondere bei Schweißer- und Hitzeschutzhandschuhen; schützt gegen Funkenflug, Strahlungswärme und mechanische Belastung.
- Spezialbeschichtungen (z. B. NBR, Neopren/Nitril-Mischungen): Verbessern Griffsicherheit und Abriebfestigkeit, bieten Schutz gegen Flüssigkeiten und unterstützen die isolierenden Eigenschaften.
- Flammhemmende Gewebe und Mischungen: Werden insbesondere bei Handschuhen mit zusätzlichem Lichtbogenschutz eingesetzt, um Flammenausbreitung zu begrenzen.
Ziel dieser Kombinationen ist es, einen Handschuh bereitzustellen, der die erforderliche Hitzebeständigkeit erreicht, gleichzeitig aber eine ausreichende Fingerfertigkeit, einen sicheren Griff und möglichst hohen Tragekomfort ermöglicht. Je nach Einsatzgebiet liegt der Fokus stärker auf mechanischer Robustheit (z. B. im Heavy-Duty-Einsatz) oder auf feinfühliger Arbeit in thermisch belasteter Umgebung.
Beispiele aus dem Sortiment von ADESATOS
ADESATOS führt in der Kategorie „Hitzeschutz-Schutzhandschuhe“ verschiedene Markenprodukte, die unterschiedliche thermische Risiken und Einsatzbereiche abdecken. Einige Beispiele:
- uvex NK4022 – Hitzeschutz bei mechanischer Belastung
Der Schutzhandschuh uvex NK4022 ist vollflächig mit einer NBR-Spezialbeschichtung versehen und verfügt über ein Sandwich-Futter aus Baumwolle und Aramid. Er ist für thermische Anwendungen konzipiert, bietet zuverlässigen Schnittschutz und eine raue Oberfläche für hohe Griffsicherheit. Der Handschuh schützt vor Kontakthitze bis +100 °C nach EN 407 und ist nach EN 388:2016 und EN 407 zertifiziert. Damit eignet er sich gut für Arbeiten mit heißen und gleichzeitig scharfkantigen Teilen. - uvex profatherm XB40 – Hitzeschutz bis +250 °C
Der uvex profatherm XB40 besteht aus Baumwollschlingengewebe und ist speziell für den Schutz vor Kontakthitze bis +250 °C ausgelegt. Er ist für viele Einsatzbereiche in der leichten bis mittleren Metallbearbeitung, der Eisen-/Stahlindustrie sowie in der kunststoffverarbeitenden Industrie geeignet. Der Handschuh ist nach EN 388:2016 und EN 407 geprüft und bietet neben der hohen thermischen Isolation auch mechanischen Schutz. - Guide 155 – Hitzeschutz und sicherer Nass-/Trockengriff
Die Schutzhandschuhe Guide 155 verbinden mechanischen Schutz mit Kontakthitzebeständigkeit. Handfläche und Fingerspitzen sind mit Latex beschichtet, die raue Oberfläche sorgt für sicheren Trocken- und Nassgriff. Der Handschuh erfüllt die Anforderungen der Kontaktwärmestufe 2 und ist nach EN 388 und EN 407 zertifiziert. Damit eignet er sich beispielsweise für Bauwesen, Logistik, Straßenbau oder Tätigkeiten in der Holz- und Papierindustrie, bei denen erhöhte Temperaturen und Handling-Anforderungen zusammentreffen. - Snickers Workwear 9360 ProtecWork – Flammen- und Lichtbogenschutz
Die Snickers Workwear 9360 ProtecWork Schutzhandschuhe schützen Hände vor Flammen und thermischen Effekten eines Störlichtbogens. Die Handfläche besteht aus weichem Ziegenleder, der Handrücken aus flammhemmendem Gewebe, die Nähte sind mit schwer entflammbarem Aramidfaden vernäht. Der Handschuh ist u. a. nach EN ISO 14116 und IEC 61482-2 geprüft und wird z. B. in Bahn-, Energie- und Elektroanwendungen eingesetzt, in denen Hitzeschutz und Lichtbogenschutz kombiniert benötigt werden. - HexArmor Chrome SLT 4061 – Hitzeschutz, Schnittschutz und Störlichtbogenschutz
Der HexArmor Chrome SLT 4061 kombiniert Ziegenleder auf der Handfläche mit einem Innenfutter aus Aramid. Er bietet Schutz vor Kontakt- und Strahlungswärme, erfüllt Anforderungen der EN 407 sowie der EN 388 und ist für den Schutz bei Störlichtbogenereignissen ausgelegt. Damit eignet sich der Handschuh für anspruchsvolle Aufgaben in Schweißtechnik, Energieversorgung und industriellen Umgebungen mit gleichzeitigem Bedarf an Hitze-, Schnitt- und Lichtbogenschutz. - HexArmor Helix 2082 – leichter Hitzeschutz- und Schnittschutzhandschuh
Mit den Schutzhandschuhen HexArmor Helix 2082 steht ein leichter, nahtloser Handschuh zur Verfügung, der 360°-Flammenbeständigkeit, Hitzeschutz und Schnittschutz kombiniert. Eine flammhemmende Außenlage und eine spezielle Beschichtung sorgen für guten Grip und Abriebfestigkeit. Der Handschuh ist nach EN 388 und EN 407 geprüft und wird unter anderem für Aufgaben mit Lichtbogengefahr in der Energieversorgung eingesetzt.
Diese Beispiele zeigen die Bandbreite des Sortiments: vom Baumwollschlingen-Handschuh für reine Kontak