Reinraumarbeitsplatz richtig auswählen: von der Anforderung zur Lösung
Laminar-Flow-Arbeitsplätze werden häufig eingesetzt, wenn Produkte empfindlich auf Partikel reagieren – z. B. bei Elektronikmontage, Optik, Laborhandling, Probenvorbereitung oder Verpackung. Entscheidend ist, welche Sauberkeit am Produkt erreicht werden soll und wie offen der Prozess ist.
1) Ziel definieren: „lokal sauber“ statt „ganzer Raum“
- Welche Produktfläche ist kritisch? nur das Werkstück oder die gesamte Tischfläche?
- Wie ist der Materialfluss? häufiges Ein-/Ausbringen erhöht Partikeleintrag.
- Welche Stabilität braucht der Prozess? konstante Bedingungen sind wichtiger als kurze Spitzen.
2) Bauform wählen
- Box/Arbeitsplatz: für definierte Arbeitszonen mit guter Zugänglichkeit.
- Module: wenn Sie vorhandene Tische/Stationen aufwerten möchten.
- Portable Lösungen: wenn der Einsatzort wechselt oder temporäre Prozesse abzusichern sind.
3) Typische Anwendungsfälle
- Montage & Verpackung: weniger Partikel = weniger Ausschuss.
- Labor/Proben: reproduzierbarere Ergebnisse durch stabile Umgebungsbedingungen.
- Qualitätssicherung: visuelle Prüfung ohne Partikelartefakte.
4) Häufige Fragen aus der Praxis
- Ersetzt das einen kompletten Reinraum? Oft nicht – aber es schafft lokale Prozessbedingungen als wirtschaftliche Zwischenlösung.
- Wie prüfe ich die Wirksamkeit? Über definierte Mess-/Qualitätskriterien (z. B. Partikeltrend am Prozess, Prozesskennzahlen, Ausschussquote).
Wenn zusätzlich Dämpfe, Stäube oder Gefahrstoffe eine Rolle spielen, ist ein Reinraumarbeitsplatz nicht automatisch die richtige Lösung. Dann sehen Sie sich bitte auch Laborabzüge oder Gefahrstoffarbeitsplätze an.

