Sicherheitsschrank offen gelassen? Warum selbstschließende Türen Leben retten
Wer einen Sicherheitsschrank für entzündbare Medien kauft, stellt sich oft die Frage: Warum müssen diese Türen eigentlich von selbst zufallen? Was im Arbeitsalltag manchmal unpraktisch erscheint, ist in Wahrheit das Herzstück Ihres Brandschutzkonzepts.
Es geht hier nicht um Komfort, sondern um die strikte Einhaltung der DIN EN 14470-1 und den Schutz von Menschenleben. Wir erklären, warum dieses System für die Chemikaliensicherheit unverzichtbar ist.
Das Schutzziel: Zeitgewinn für Rettung und Evakuierung
Das primäre Ziel der Norm ist nicht der Erhalt der gelagerten Ware, sondern der Schutz von Personen im Gebäude. Im Falle eines Brandes muss ein Sicherheitsschrank zwei Dinge gewährleisten:
- Sichere Evakuierung: Die Fluchtwege für die Beschäftigten müssen rauch- und feuerfrei bleiben.
- Sicherer Feuerwehreinsatz: Einsatzkräfte müssen das Gebäude betreten können, ohne dass die gelagerten Gefahrstoffe zu einer unkontrollierbaren Explosion führen.
Warum ist ein selbstschließendes System gesetzlich vorgeschrieben?
In Deutschland konkretisiert die TRGS 510 (Technische Regeln für Gefahrstoffe) die Anforderungen der DIN EN 14470-1. Ein Sicherheitsschrank funktioniert nur als geschlossenes System. Stehen die Türen offen, ist die Schutzfunktion gleich null.
Schutz vor Brandausbreitung (Isolation)
Ein Sicherheitsschrank fungiert im Ernstfall wie ein Schutzpanzer. Er ist so konstruiert, dass er über einen definierten Zeitraum verhindert, dass die Innentemperatur kritisch ansteigt.
- Thermische Auslösung: Die Norm schreibt vor, dass Feststellanlagen bei einer Temperatur von maximal 50 °C (oft bereits bei ca. 47 °C) automatisch auslösen müssen. Die Türen fallen zu, bevor die Hitze im Inneren die Behälter zum Bersten bringt.
- Vermeidung des Flash-overs: Ein offener Schrank würde wie ein Brandbeschleuniger wirken. Das automatische Schließen unterbricht diese Kette und verhindert eine schlagartige Ausbreitung des Feuers auf den gesamten Raum.
Eindämmung von Dämpfen
Lösemitteldämpfe sind oft schwerer als Luft, hochentzündlich und gesundheitsschädlich. Ohne ein verlässliches Schließsystem verteilen sich diese Gase schleichend im Raum. Die Folgen reichen von unmittelbarem Schwindel und Benommenheit der Mitarbeiter bis hin zur Bildung explosionsfähiger Atmosphären außerhalb des Schranks.
Die Klassen in Deutschland: Typ 90 und Typ 30
Gemäß der deutschen Gesetzgebung haben sich zwei Standards etabliert:
- Typ 90 (90 Minuten Feuerwiderstand): Dies ist der Standard für die uneingeschränkte Lagerung in Arbeitsräumen. Er bietet das höchste Maß an Sicherheit für Personal und Feuerwehr.
- Typ 30 (30 Minuten Feuerwiderstand): In Deutschland laut TRGS 510 oft nur unter zusätzlichen Einschränkungen (z. B. Sprinkleranlage) zulässig.
Praxis-Check: Darf ich die Türen beim Arbeiten offen halten?
Die Antwort lautet: Nur mit einer zugelassenen Feststellanlage.
Lassen Sie die Türen niemals dauerhaft offen stehen, indem Sie diese mit Keilen oder Gegenständen blockieren. Menschliche Ablenkung ist das größte Risiko. Ein normgerechtes, selbstschließendes System sorgt dafür, dass der Schrank im Ernstfall genau das tut, wofür er gebaut wurde: Leben schützen.
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